Europäisches Parlament verlangt Amtsniederlegung von Martin Schulz

03.04.2014 13:44

Deutsche Version:

Europäisches Parlament verlangt Amtsniederlegung von Martin Schulz

Mit überwältigender Mehrheit hat das Europäische Parlament zwei von der Europaabgeordneten Inge Gräßle eingereichte Änderungsanträge angenommen. Eine breite Mehrheit des Europäischen Parlaments verlangt damit, dass Martin Schulz sein Amt als Parlamentspräsident niederlegt.

Bei der heutigen Plenarabstimmung über die Entlastung des Parlamentshaushaltes forderten 399 Europaabgeordnete unterschiedlicher Fraktionen, Schulz müsse das Amt des - überparteilichen - Parlamentspräsidenten klar von seinen Wahlkampfaktivitäten trennen.

Zudem verlangte das Plenum Auskunft über die mögliche Vermischung der Amtsgeschäfte von Schulz mit seinen Wahlkampfaktivitäten. Die Endabstimmung über den Bericht wurde darüber hinaus aus Protest gegen den Versuch des Parlamentspräsidenten, einen für ihn kritischen Artikel aus dem Bericht gar nicht erst zur Abstimmung zuzulassen, auf die Plenarwoche in Straßburg vom 14. bis 17. April verschoben.

Die heute vom Plenum des Europäischen Parlaments mit breiter Mehrheit (399 Ja-Stimmen) angenommene Forderung lautet im Wortlaut:

Politische Aktivitäten des Präsidenten

49. verlangt detaillierte Auskunft darüber, wie die Amtsführung des Präsidenten als parteipolitisch neutraler Figur von der Vorbereitung seiner sozialdemokratischen Spitzenkandidatur für die Europawahlen getrennt wurde, vor allem was die Mitarbeiter seines Kabinetts und in den Informationsbüros des Parlaments und die Reisekosten betrifft; vertritt die Ansicht, dass bei zahlreichen Aktivitäten beide Rollen vermischt wurden; verlangt eine klare Trennung der Funktionen von Amtsträgern nach dem Vorbild der Kommission, damit der europäische Steuerzahler nicht für den Wahlkampf europäischer Spitzenkandidaten zu bezahlen hat;

"Einen Pattex-Präsidenten, der nicht zwischen Wahlkampf und überparteilichem Amt unterscheidet, kann die Europäische Union nicht gebrauchen. Alle EU-Kommissare, die sich im Mai zur Wahl stellen, legen dafür ihr Amt nieder. Nur Herr Schulz behauptet, dies nicht nötig zu haben", sagte die Sprecherin der EVP-Fraktion im Haushaltskontrollausschuss des Europäischen Parlaments, Inge Gräßle MdEP (CDU).

 

Englisch Version:

A large majority of the European Parliament today demanded Martin Schulz to lay down his office of EP President.

At today's plenary vote on the discharge of the Parliament budget, a majority of 399 MEPs from different political groups called on Schulz to separate the office of – bipartisan - President of the Parliament from his campaign activities.

In addition, the plenary requested information on how Schulz kept separate his official duties as parliament president from his campaign activities. The final vote on the parliament's discharge was postponed to the April plenary in protest against Schulz' attempt to remove a paragraph of the report critical of his activities as president.

The exact wording of the paragraph adopted today by a large majority of 399 votes in the plenary of the European Parliament:

The President's political activities

49. Calls for detailed information on how the President, as a politically neutral figure, has kept his duties in office separate from his preparations to head the Socialists and Democrats' list in the European elections, in particular with regard to the staff in his cabinet and in Parliament's information offices and to travel expenses; is of the opinion that in connection with many of those activities, no distinction has been made between the two roles; calls for clear segregation of office holders' functions, following the Commission's approach, so that Union taxpayers do not have to pay for the election campaigns of European list leaders;

"The European Union does not need a president who does not distinguish between campaign and office and who desperately clings to his post. EU commissioners standing as candidates in May have resigned their office. Only Mr. Schulz claims he does not need to do so" , the spokeswoman of the EPP Group in the Committee on Budgetary Control of the European Parliament, MEP Inge Grässle (CDU) said.

Zurück