Parlament ebnet den Weg für eine wirksamere Betrugsbekämpfung

17.04.2019 08:05

=== English version below ===

Das Europäische Parlament hat heute seine Verhandlungsposition zur Reform des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (OLAF) in erster Lesung angenommen. "Damit haben wir ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zu einer besseren Betrugsbekämpfung auf EU-Ebene erreicht", freut sich die CDU-Europaabgeordnete und Vorsitzende des Haushaltskontrollausschusses Dr. Inge Gräßle, die federführend für das Gesetzgebungsvorhaben verantwortlich ist.

"Wir konnten im Haushaltskontrollausschuss in vielen Punkten einen Konsens zwischen den Fraktionen erzielen. Wir alle wollen das OLAF stärken, indem wir seine Untersuchungen effizienter, gerichtsfester und damit wirksamer machen. Wir wollen, dass die Behörden in den Mitgliedstaaten die Ergebnisse der OLAF-Untersuchungen häufiger aufgreifen und konsequenter nutzen." Zentrales Anliegen des Parlaments sei eine Stärkung der Verfahrensrechte der von Untersuchungen betroffenen Personen, erklärt Gräßle: "Wir wollen, dass Betroffene das Recht erhalten, in den OLAF-Abschlussbericht Einsicht zu nehmen und gegen diesen vor Gericht Klage zu erheben, falls sie der Ansicht sind, dass ihre Rechte im Zuge der Untersuchung verletzt worden sind. Damit schließen wir eine eklatante Rechtslücke in der bisherigen Verordnung."

"Der jetzt vom Plenum gebilligte Text ist eine runde Sache. Wir unterstützen einerseits die Vorschläge der Kommission, und wir schlagen andererseits weitere Maßnahmen vor, die aus unserer Sicht notwendig sind, um die entscheidenden Schwächen der bisherigen Rechtsgrundlage auszumerzen. Nun ist der Ministerrat am Zug, der sich trotz monatelanger Beratungen bisher nicht auf eine gemeinsame Position einigen konnte. Das neue Parlament wird nach der Europawahl für Verhandlungen bereitstehen," so Gräßle.

Anlass der Reform ist die für Ende 2020 geplante Errichtung der Europäischen Staatsanwaltschaft. Sie wird die bisherigen Aufgaben des OLAF teilweise übernehmen, was eine entsprechende Anpassung der OLAF-Verordnung notwendig macht. Neben einer Optimierung der Regeln zur Zusammenarbeit zwischen den beiden Behörden hat sich das Parlament unter anderem für eine Straffung und Verschlankung der Vorschriften für die Durchführung von Untersuchungen, eine Stärkung der Rechte des OLAF-Überwachungsausschusses und eine Vereinfachung der Zulässigkeit von OLAF-Berichten in nationalen Gerichtsverfahren ausgesprochen.

 

Parliament paves the way for a more effective fight against fraud

Today the European Parliament has adopted at first reading its negotiating position on the reform of the European Anti-Fraud Office (OLAF). "We have reached an important milestone on our way towards a stronger anti-fraud policy at EU level", says Inge Gräßle MEP, Chair of the Budgetary Control Committee, who authored the report.

"We have been able to reach a consensus in committee between political groups on a lot of issues. We all want to make OLAF stronger by improving the efficiency and the legal soundness of its investigations, which will lead to an overall more effective Office. We want the Member States' authorities to make more and better use of the outcome of OLAF's investigations." Parliament's key demand is to strengthen the procedural rights of persons concerned by investigations, explains Gräßle: "We want to give persons concerned the right to access OLAF's final report, and to bring a lawsuit against that report, if they consider that their rights have been violated during an investigation. This would close a big loophole in the current legislation."

"The text that has now been approved by the plenary is well-balanced. We support the proposals made by the Commission, but we also propose further measures, which in our view are necessary to address the most important shortcomings of the current legal basis. Now the Council, which after months of internal deliberations has yet to come up with a common position, needs to deliver. The new Parliament will stand ready to negotiate after the European elections", says Gräßle.

The revision of the OLAF Regulation has been made necessary by the creation of the European Public Prosecutor's Office (EPPO), which is scheduled to be operational by the end of 2020. The EPPO will partly take over OLAF's tasks, which makes certain changes to OLAF's legal basis necessary. Besides enhancing the provisions on the cooperation between OLAF and the EPPO, Parliament supports streamlining the rules on how to conduct investigations, strengthening the rights of the OLAF Supervisory Committee, and promoting the admissibility of OLAF reports in national judicial proceedings.

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