Energieforschung der Zukunft

19.04.2012 06:40

Energieforschung der Zukunft

Wie geht es weiter mit ITER, dem internationalen thermonuklearen Versuchsreaktor, der beim südfranzösischen Cadarache (bei Aix-en-Provence) entstehen soll? An dem Projekt beteiligt sich die Europäische Union mit 45%, außerdem geben China, Rußland, Japan, Südkorea, Indien und die USA je 9%, um die Kernfusion (nicht zu verwechseln mit der aktuellen Technik, der Fission!) zur Stromerzeugung zu nutzen. Die Wissenschaftler rechnen damit, nicht vor 2050 die Technologie zur Marktreife zu bringen. Die Haushaltskontrolleure des Europäischen Parlaments – ich habe an dieser Reise für die Fraktion teilgenommen - diskutierten 2 Tage lang mit dem Management des internationalen ITER-Projekts sowie mit der europäischen Holding F4E die Gründe für die Verteuerung des Projekts (bis 2013 Mehrkosten von 1,3 Mrd. Euro) und die Verläßlichkeit der bisherigen und künftigen Kostenrechnungen sowie die möglichen Konsequenzen aus der (auf einer ganz anderen Technologie basierenden) Reaktorkatastrophe in Japan. Dazu gab es auch Gespräche mit der für ITER vor Ort zuständigen französischen Atomenergiebehörde und den örtlichen Behörden. Die Haushaltskontrolleure bestanden dabei auf einer Verbesserungen der internen Kontrollstrukturen, auf der Beseitigung von Widersprüchen in den Rechtstexten für ITER, vor allem, was die Kontrollbefugnisse der EU-Kommission angeht, die immerhin 45% der Mittel gibt und wollen eine auf Zahlen basierende Darlegung der Mehrkosten und eine Übersicht, welche Firmen bisher bei den Ausschreibungen erfolgreich waren und welche nicht.

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